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Fünf Shelter mit 200 geflüchteten Kindern


Es ist, als ob wir an diesem Morgen alte Freunde treffen, als wir im Büro von Syntheparxis so herzlich empfangen werden! Denn mit Pater Panteleimon, dem Director von Syntheparxis, Anthanasia, Desponia und Dimitris verbindet uns bereits eine herzliche Online-Zoom-Beziehung.

Seit die griechische Regierung vor gut einem Jahr begonnen hat, unbegleitete Kinder aus den Flüchtlingslagern nach Athen zu bringen, arbeiten wir mit Syntheparxis zusammen, die im Auftrag der Regierung, Shelter für Flüchtlingskinder aufbaut. Wir unterstützen das Projekt mit finanziellen Mitteln für Betten, Schränke und Kleider für die Kinder und mit IT Equipment. Zudem haben wir einen Online Englischunterricht gestartet und möchten uns vermehrt in die Bildung der Minderjährigen investieren. Auch die Schweizer Botschaft unterstützt das Projekt, indem sie Psychologen und Anwälte zur Seite stellt, die die Kinder begleiten. Fünf der geplanten acht Shelter haben ihre Türen bereits geöffnet und beherbergen 200 Flüchtlingskinder zwischen 5 und 17 Jahren. Sie kommen mehrheitlich aus Afghanistan, Syrien oder dem Iran und sind oft seit Monaten und Jahren alleine unterwegs.


So auch Mohammad (16). Wir treffen ihn im Nikea Shelter. Es ist erst seit zwei Monaten fertig renoviert und beherbergt nun 40 minderjährige Jugendliche.

Beim Mittagessen erzählt er uns etwas aus seinem Leben.

Geboren in Afghanistan flüchtete er mit seiner Familie vor den Taliban nach Iran. Beim gefährlichen Grenzübergang zum Iran verlor er seine Eltern und seinen Bruder. Alleine und ohne Schulbildung arbeitete er dann als 9-jähriger für einen Schneider im Iran. Vor einiger Zeit kam er nun via Türkei übers Meer nach Lesbos. Hier half ihm das rote Kreuz seinen grösseren Bruder ausfindig zu machen, der seit einigen Jahren in Finnland lebt. Seine Eltern konnten bis jetzt nicht gefunden werden. Mohammad ist ein zurückhaltender Junge. Er spricht ernst und ruhig und nur ab und zu huscht ein Lächeln über sein Gesicht, wenn an unserem Tisch etwas Lustiges erzählt wird. Er ist einer der wenigen in den Sheltern, die Verwandte im Ausland haben. Mit Hilfe eines Anwaltes ist nun eine Familienzusammenführung mit seinem Bruder in Finnland am Laufen.

Wir freuen uns sehr über die herzliche Athmosphäre in den Sheltern. Wir lernen Psychologen, Lehrer, Sozialarbeiter und andere Helfer kennen, die sich so voll Engagement für diese traumatisierten Kinder einsetzen, indem sie ihnen schulisch helfen, mit ihnen die Freizeit kreativ gestalten und ihnen helfen ihre Begabungen zu entdecken. Und das alles mit wenig Finanzen und einer schwierigen Wirtschaftslage im eigenen Land.

Fotos von den Kindern dürfen und wollen wir keine machen. Dafür haben wir Zeichnungen aus dem Malunterricht fotografiert.

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