Wer wir sind

Im Dezember 2019 arbeitete ich für zwei Wochen als Volontärin im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos mit. Die katastrophalen Zustände, in denen die Flüchtlinge in diesem Hotspot leben, haben mich tief bewegt. Am meisten betroffen gemacht hat mich die Not der vielen unbegleiteten Kinder, die sich selbst überlassen, oft traumatisiert und in ständiger Gefahr vor Übergriffen im Lager leben. Für diese Jugendlichen möchten wir ein Lichtblick, ein sicherer Ort, eine Informations- und Anlaufstelle sein. Wir möchten ihnen im Asylverfahren helfen und Nothilfe leisten, wo es nötig ist.

Hans Rosenberg hat jahrelang in der Schweiz als Betreuer von Flüchtlingen im Bundeszentrum und kantonalen Zentrum für Asylsuchende gearbeitet und kennt die Schwierigkeiten, denen diese Jugendlichen auf der Flucht ausgesetzt sind. Er weiss wie wichtig solche Zufluchtsorte für diese Kinder auf ihrer Flucht sind. Die überraschende Antwort der Bundesrätin Karin Keller-Sutter auf unsere Nachfrage, hat uns dann nochmals bestätigt, wie dringend und wichtig eine Hilfestellung beim Informationstransfer für allein reisende Kinder ist. 

Ein Zufluchtsort für allein reisende Kinder auf der Flucht

Die Schwächsten leiden auch hier am meisten…

Es sind unbegleitete 13 bis 17-jährige Kinder, die im Flüchtlingslager Moria, völlig auf sich selbst gestellt und schutzlos vor Übergriffen, leben.

 

Denn auf Lesbos (eine der kleinen Inseln in Griechenland, die zurzeit die Hauptlast der Flüchtlingskrise tragen), leben über 15 000 Flüchtlinge auf engstem Raum zusammen. 500-600 davon sind unbegleitete minderjährige Jugendliche, die seit Wochen oder Monaten völlig allein unterwegs sind. Es sind die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, die auch hier in Griechenland am meisten unter den katastrophalen Zuständen leiden. Oft verpassen sie auch wichtige Termine für ein schnelleres Asylverfahren oder werden von den Behörden im Dschungel von Moria nicht gefunden.

 

Das bestätigte uns auch die Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

...Während des Registrierungsverfahrens haben sie die griechischen Behörden darüber zu unterrichten, dass sie Verwandte in der Schweiz haben. Bei diesem Informationstransfer, der sich bedauerlicherweise nicht immer so einfach bewerkstelligen lässt, könnte Ihr Verein allenfalls wertvolle Unterstützung leisten. Ohne diese Hinweise auf Verwandte in der Schweiz, werden die griechischen Behörden keine Schritte für eine Familienzusammenführung einleiten. Bei unbegleiteten minderjährigen Personen, besteht ausnahmsweise auch die Möglichkeit, dass sich Verwandte in der Schweiz direkt an das Staatssekretariat für Migration SEM…wenden.

 

Diesen Kindern wollen wir einen Zufluchtsort anbieten und ihnen Hilfe und einen Zugang zu den wichtigen Informationen des Asylverfahrens geben.

 

Gleichzeitig arbeiten wir mit anderen Organisationen zusammen bei der Renovation und dem Bau von über 30 Duschen (die einzigen Warmwasserduschen im Flüchtlingslage!) und bei der Erneuerung der Fussböden im geschützten Frauenabteil. Zudem sind wir auf dem griechischen Festland involviert, wo die griechische Regierung acht Zentren plant in denen, die minderjährigen allein reisenden Kinder untergebracht werden. Näheres erfährst du unter «Projekte».





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